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SCHIKANEDER, Emanuel


Der Hölle Rache kocht

Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen,

Tod und Verzweiflung flammet um mich her!

Fühlt nicht durch dich Sarastro Todesschmerzen,

so bist du meine Tochter nimmermehr.

Verstoßen sei auf ewig,

verlassen sei auf ewig,

zertrümmert sei'n auf ewig

alle Bande der Natur.

wenn nicht durch dich Sarastro wird erblassen!

Hört, hört, hört, Rachegötter, hört, der Mutter Schwur!


Dies Bildnis ist bezaubernd schön,

Dies Bildnis ist bezaubernd schön,

wie noch kein Auge je gesehn.

Ich fühl' es, wie dies Götterbild

mein Herz mit neuer Regung füllt.

Dies Etwas kann ich zwar nicht nennen,

doch fühl' ich's hier wie Feuer brennen;

soll die Empfindung Liebe sein?

Ja, ja, die Liebe ist's allein.

O wenn ich sie nur finden könnte!

O wenn sie doch schon vor mir stünde!

ich würde, würde, warm und rein –

Was würde ich? Ich würde sie voll Entzücken

an diesen heißen Busen drücken,

und ewig wäre sie dann mein.


In diesen heil'gen Hallen


In diesen heil'gen Hallen,

Kennt man die Rache nicht,

Und ist ein Mensch gefallen,

Führt Liebe ihn zur Pflicht.

Dann wandelt er an Freundeshand,

Vergnügt und froh ins bessre Land.

In diesen heiligen Mauern

Wo Mensch den Menschen liebt,

Kann kein Verräter lauern,

Weil man dem Feind vergibt.

Wen solche Lehren nicht erfreuen,

Verdienet nicht ein Mensch zu sein.