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WOLFENSTEIN, Alfred


Verdammte Jugend

Von Hause fort, durch Straßen fort,

Euch unbekannt und jedem Ort,

Nur wie der Himmel rasch und hoch

Durch fremden Lärm und ohne Wort!

Wie schön allein, und dies verwühlt

Und keiner drin, der mich befühlt.

Der voll Verwandtschaft dumm und dicht

In meiner Brust verhaßt sich sühlt!

Hier ist nicht Heim, hier ist es auf,

Nicht Liebe plump, nur Kampf und Kauf!

Ah fließt die Straße strotzend aus

Zu andern ein in riesigem Lauf.

Ah sprüht es schroff pferdlos vorbei

Und brodelt schwarz der Menge Brei

Und Häuser flattern hingepeitscht

Von Licht, Geläut, Gezisch, Geschrei.

Die Steine ziehn in falscher Ruh,

Gehackt vom Schlag des Heers der Schuh,

Den fahlen Köpfen funkeln wund

Von schneller Glut die Lampen zu.

Hier Antlitze wie Tiere fremd

Und Augen wie in Eis geklemmt

Und Augen, die nur sich besehn,

Hier Antlitze, von nichts gehemmt!

Du Gottlose, mein Haupt zerstäub –

Entmenschlichte, mein Herz zerstäub –

Mich ohne Heimat, ohne Weg

Du Straße ja betäub! betäub!