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CRAIGHER DE JACHELUTTA, Jacob Nikolaus

Die junge Nonne

Wie braust durch die Wipfel der heulende Sturm!

Es klirren die Balken, es zittert das Haus!

Es rollet der Donner, es leuchtet der Blitz,

Und finster die Nacht, wie das Grab!

Immerhin, immerhin,

[so tobt' es auch jüngst noch in mir!] 1

Es brauste das Leben, wie jetzo der Sturm,

Es bebten die Glieder, wie jetzo das Haus,

Es flammte die Liebe, wie jetzo der Blitz,

Und finster die Brust, wie das Grab.

Nun tobe, du wilder gewalt'ger Sturm,

Im Herzen ist Friede, im Herzen ist Ruh,

Des Bräutigams harret die liebende Braut,

Gereinigt in prüfender Glut,

Der ewigen Liebe getraut.

Ich harre, mein Heiland! mit sehnendem Blick!

Komm, himmlischer Bräutigam, hole die Braut,

Erlöse die Seele von irdischer Haft.

Horch, friedlich ertönet das Glöcklein [vom] Turm!

Es lockt mich das süße Getön

Allmächtig zu ewigen Höhn.

Alleluja!