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TERGIT, Gabriele



Käsebier erobert den Kurfürstendamm

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Plötzlich erhob sich Lärm draußen auf dem Korridor. Die Tür wurde aufgerissen und es kam ein Duft herein, erst ein Duft, dann eine sehr große Frau. Sie trug einen weiten, sehr dicken Pelzmantel, ein hellbraunes Bärenfell, darunter ein schmales, sehr grelles gelbes Kleid, ein Paar lange schöne rosenfarbene Beine. Um den Hals wehte ein gelbbraun-rotes Tuch. Auf dem Kopf trug sie zu sehr vielem, sehr blondem Haargelock eine kardinalrote Baskenmütze.

Sehr weit hinten rechts schief gesetzt. Sie war stark geschminkt, was das Grelle der Erscheinung noch erhöhte. Sie war jung und hatte ein kühnnasiges Gesicht. So stand sie plötzlich mit großem Getöse in dem kleinen Zimmer, das von zwei Schreibtischen beinahe ausgefüllt war. An der Wand über Miermanns Tisch hing ein Stich vom Forum Romanum. Gohlisch hatte ein selbstgemaltes Aquarell von einem See mit einem Segelboot über dem seinen mit einem Reißnagel befestigt. Sie sah sich eine Sekunde um und stürzte auf Miermann zu, der aufgesprungen war, legte ihm die Arme um die Schultern, drückte ihm einen Kuß auf und rief: »Gott, Miermann, süßer Liebling, lange nicht gesehen, was ist mit uns beiden? Hier!«

Womit sie ihm ein Manuskript in die Hand drückte. »Bringen, Zuckerschnutchen, bringen.Weißt du noch?«

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