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FLEMING, Paul


An Sich

Sei dennoch unverzagt! Gib dennoch unverloren!
Weich keinem Glücke nicht; steh höher als der Neid;
Vergnüge dich an dir, und acht' es für kein Leid,
Hat sie gleich wider dich Glück, Ort und Zeit verschworen.

Was dich betrübt und labt, halt' Alles für erkoren,
Nimm dein Verhängnis an. Lass' Alles unbereut.
Tu, was getan muss sein, und eh man dir's gebeut.
Was du noch hoffen kannst, das wird noch stets geboren.

Was klagt, was lobt man doch? Sein Unglück und sein Glücke
Ist sich ein Jeder selbst. Schau alle Sachen an:
Dies Alles ist in dir! Lass deinen eitlen Wahn,

Und eh du fürder gehst, so geh in in dich zurücke.
Wer sein selbst Meister ist, und sich beherrschen kann,
Dem ist die ganze Welt und Alles untertan!


Er verwundert sich seiner Glückseeligkeit

Wie mir es gestern ging, und wie ich ward empfangen
In meiner Freundin Schoß, weiß sie nur und nur ich.
Das allerliebste Kind das herzt' und küsste mich,
Sie hielt so feste mich, wie ich sie hart umfangen.

Auf meinem lag ihr Mund, auf ihren meine Wangen,
Oft sagte sie mir auch, was nicht lässt sagen sich,
Darum du, Momus, nicht hast zu bekümmern dich!
Bei ihr ist noch mein Sinn, bei mir noch ihr Verlangen.

O wohl mir, der ich weiß, was nur die Götter wissen,
Die sich auch, wie wir uns, in reiner Keuschheit küssen.
O wohl mir, der ich weiß, was kein Verliebter weiß.

Wird meinet Seelen Trost mich allzeit also laben,
Mir allzeit also tun, so werd' ich an ihr haben
Ein weltlich Himmelreich, ein sterblich Paradeis.