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HOFMANNSTHAL, Hugo von


Die Frau im Fenster
…..
O was uns stört und was uns lastet, fort!

Fort wirf den Dorn, ins Feld, wo in den Brunnen

das Wasser bebt und Büschel großer Blumen

der Nacht entgegenglühn; ich streif die Ringe

von meiner Hand, und die entblößten Finger

sind froh wie nackte Kinder, die des Abends

zum Bach hinunter dürfen, um zu baden. –

Nun geben sie vom Brunnen, nur die letzte

verweilt sich noch ... Wie schönes Haar sie hat;

allein was weiß sie, was sie daran hat!

Sie ist wohl eitel drauf, doch Eitelkeit

ist nur ein armes Spiel der leeren Jahre:

Einmal, wenn sie hinkommt, wo ich jetzt bin,

wird sies liebhaben, wird es über sich

hinfallen fühlen, wie ein Saitenspiel

mit leisem Flüstern und dem Nachgefühl

geliebter Finger fiebernd angefüllt
…..