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LINDEMANN, Till


Mein Herz Brennt

Sie kommen zu euch in der Nacht

Dämonen, Geister, schwarze Feen

Sie kriechen aus dem Kellerschacht

Und werden unter euer Bettzeug sehen

Nun liebe Kinder gebt fein acht

Ich bin die Stimme aus dem Kissen

Ich hab euch etwas mitgebracht

Hab es aus meiner Brust gerissen

Mein Herz brennt

Mein Herz brennt

Sie kommen zu euch in der Nacht

Und stehlen eure kleinen heißen Tränen

Sie warten bis der Mond erwacht

Und drücken sie in meine kalten Venen

Nun liebe Kinder gebt fein acht

Ich bin die Stimme aus dem Kissen

Ich singe bis der Tag erwacht

Ein heller Schein am Firmament

Mein Herz brennt

Mein Herz brennt
…..


Alter Mann

Er wartet auf den Mittagswind
die Welle kommt und legt sich matt
mit einem Fächer jeden Tag
der Alte macht das Wasser glatt

Ich werf den Stein zu meinem Spass
das Wasser sich im Kreis bewegt
der Alte sieht mich traurig an
und hat es wieder glatt gefegt

Im weissen Sand der alte Mann
zitternd seine Pfeife raucht
nur das Wasser und ich wissen
wozu er diesen Fächer braucht

Die Ahnung schläft wie ein Vulkan
zögernd hab ich dann gefragt
den Kopf geneigt es schien er schläft
hat er bevor er starb gesagt

Das Wasser soll dein Spiegel sein
erst wenn es glatt ist, wirst du sehen
wieviel Märchen dir noch bleibt
und um Erlösung wirst du flehen

Den Fächer an den Leib gepresst
im Todeskrampf erstarrt die Hand
die Finger mussten sie ihm brechen
der Fächer bleibt zurück im Sand

Den Alten ruf ich jeden Tag
er mochte mich doch hier erlösen
ich bleib zurück im Mittagswind
und in dem Fächer kann ich lesen

Das Wasser soll dein Spiegel sein
…..


Mutter

Die tränen greiser Kinderschar

ich zieh sie auf ein weisses Haar

werf in die Luft die nasse Kette

und wünsch mir dass ich eine Mutter hätte

keine Sonne die mir scheint

keine Brust hat milch geweint

in meiner Kehle steckt ein Schlauch

hab keinen Nabel auf dem Bauch

Mutter Mutter, Mutter Mutter

ich durfte keine Nippel lecken

und keine Falte zum verstecken

niemand gab mir einen Namen

gezeugt in Hast und ohne Samen

der Mutter die mich nie geboren

hab ich heute Nacht geschworen

ich werd ihr eine Krankheit schenken

und sie danach in Fluss versenken

Mutter, Mutter, Mutter, Mutter!!!

in ihren Lungen wohnt ein Aal

auf meiner Stirn ein Muttermal

entferne es mit Messsers Kuss

auch wenn ich daran sterben muss

auch wenn ich verbluten muss

Mutter Mutter gib mir Kraft

Mutter Mutter gib mir Kraft

Mutter Mutter gib mir Kraft


Ohne dich

Ich werde in die Tannen gehen,

Dahin wo ich sie zuletzt gesehen,

Doch der Abend werft ein Tuch aufs Land,

Und auf die Wege hinterm Waldesrand,

Und der Wald er steht so schwarz und leer,

Weh mir oh weh,

Und die Vögel singen nicht mehr

Ohne dich kann ich nicht sein,

Ohne dich,

Mit dir bin ich auch allein,

Ohne dich,

Ohne dich zähl ich die Stunden,

Ohne dich,

Mit dir stehen die Sekunden,

Lohnen nicht

Auf den Ästen in den Gräben,

Ist es nun still und ohne Leben,

Und das Atmen fällt mich ach so schwer,

Weh mir oh weh,

Und die Vögel singen nicht mehr

Ohne dich kann ich nicht sein,

…..

Und das Atmen fällt mich ach so schwer,

Weh oh weh,

Und die Vögel singen nicht mehr

Ohne dich kann ich nicht sein,

…..

Ohne dich

Ohne dich

Ohne dich



Donaukinder

Donau quell dein Aderlass

Wo Trost und Leid zerfließen

Nichts Gutes liegt verborgen nass

In deinen feuchten Wiesen

Keiner weiß was hier geschah

Die Fluten rostig rot

Die Fische waren atemlos

Und alle Schwämme tot

An den Ufern in den Wiesen

Die Tiere wurden krank

Aus den Augen in den Fluss

Trieb abscheulicher Gestank

Wo sind die Kinder

Niemand weißt was hier geschehen

Keiner hat etwas gesehen

Wo sind die Kinder

Niemand hat etwas gesehen

Mütter standen bald am Strom

Und weinen eine Flut

Auf die Felder durch die Deiche

Stieg das Leid in alle Teiche

Schwarze Fahnen auf der Stadt

Alle Ratten fett und satt

Die Brummen giftig allerorts

Und die Menschen zogen fort

Wo sind die Kinder

Niemand weißt was hier geschehen

Keiner hat etwas gesehen

Wo sind die Kinder

Niemand hat etwas gesehen

Donau quell dein Aderlass

Wo Trost und Leid zerfließen

Nichts Gutes liegt verborgen nass

In deinen feuchten Wiesen

Wo sind die Kinder

Niemand weißt was hier geschehen

Keiner hat etwas gesehen

Wo sind die Kinder

Niemand hat etwas gesehen