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EICH, Günter



Ende eines Sommers


Wer möchte leben ohne den Trost der Bäume!


Wie gut, dass sie am Sterben teilhaben!

Die Pfirsiche sind geerntet, die Pflaumen färben sich,

während unter dem Brückenbogen die Zeit rauscht.


Dem Vogelzug vertraue ich meine Verzweiflung an.

Er misst seinen Teil von Ewigkeit gelassen ab.

Seine Strecken

werden sichtbar im Blattwerk als dunkler Zwang,

die Bewegung der Flügel färbt die Früchte.


Es heißt Geduld haben.

Bald wird die Vogelschrift entsiegelt,

unter der Zunge ist der Pfennig zu schmecken.


Sand im Getriebe

Schlaft nicht,

während die

Ordner der Welt

Geschäftig sind!


Seid misstrauisch gegen ihre Macht,

die sie vorgeben

für euch erweben zu müssen!


Wacht darüber,

dass Eure Herzen nicht leer sind,

wenn mit der Leere Eurer Herzen

gerechnet wird!


Tut das Unnütze, singt die Lieder,

die man aus eurem Mund

nicht erwartet!


Seid unbequem,

seid Sand,

nicht das Öl

im Getriebe der Welt!"