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SCHILLER, Friedrich von


Die Teilung der Erde


»Nehmt hin die Welt!« rief Zeus von seinen Höhen

Den Menschen zu. »Nehmt, sie soll euer sein!

Euch schenk ich sie zum Erb und ewgen Lehen -

Doch teilt euch brüderlich darein!«


Da eilt', was Hände hat, sich einzurichten,

Es regte sich geschäftig jung und alt.

Der Ackermann griff nach des Feldes Früchten,

Der Junker birschte durch den Wald.


Der Kaufmann nimmt, was seine Speicher fassen,

Der Abt wählt sich den edeln Firnewein,

Der König sperrt die Brücken und die Straßen

Und sprach: »Der Zehente ist mein.«


Ganz spät, nachdem die Teilung längst geschehen,

Naht der Poet, er kam aus weiter Fern -

Ach! da war überall nichts mehr zu sehen,

Und alles hatte seinen Herrn!


»Weh mir! So soll denn ich allein von allen

Vergessen sein, ich, dein getreuster Sohn?«

So ließ er laut der Klage Ruf erschallen

Und warf sich hin vor Jovis Thron.


»Wenn du im Land der Träume dich verweilet«,

Versetzt der Gott, »so hadre nicht mit mir.

Wo warst du denn, als man die Welt geteilet?«

»Ich war«, sprach der Poet, »bei dir.«


Mein Auge hing an deinem Angesichte,

An deines Himmels Harmonie mein Ohr -

Verzeih dem Geiste, der, von deinem Lichte

Berauscht, das Irdische verlor!«


»Was tun?« spricht Zeus, »die Welt ist weggegeben,

Der Herbst, die Jagd, der Markt ist nicht mehr mein.

Willst du in meinem Himmel mit mir leben -

So oft du kommst, er soll dir offen sein.«



An den Frühling

Willkommen, schöner Jüngling!

Du Wonne der Natur!

Mit deinem Blumenkörbchen

Willkommen auf der Flur!

Ei! ei! da bist ja wieder!

Und bist so lieb und schön!

Und freun wir uns so herzlich,

Entgegen dir zu gehn.

Denkst auch noch an mein Mädchen?

Ei, Lieber, denke doch!

Dort liebte mich das Mädchen,

Und ’s Mädchen liebt mich noch!

Fürs Mädchen manches Blümchen

Erbat ich mir von dir – (*)

Ich komm’ und bitte wieder,

Und du? – du gibst es mir.

Willkommen, schöner Jüngling!

Du Wonne der Natur!

Mit deinem Blumenkörbchen

Willkommen auf der Flur!


Ode an die Freude

O Freunde, nicht diese Töne!
Sondern laßt uns angenehmere anstimmen
Und freudenvollere!

Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elysium,
Wir betreten feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligtum!
Deine Zauber binden wieder,
Was die Mode streng geteilt;
Alle Menschen werden Brüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.

Wem der große Wurf gelungen,
Eines Freundes Freund zu sein,
Wer ein holdes Weib errungen,
Mische seinen Jubel ein!
Ja, wer auch nur eine Seele
Sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wer's nie gekonnt, der stehle
Weinend sich aus diesem Bund.

Freude trinken alle Wesen
An den Brüsten der Natur:
Alle Guten, alle Bösen
Folgen ihrer Rosenspur.
Küsse gab sie uns, und Reben,
Einen Freund, geprüft im Tod;
Wollust ward dem Wurm gegeben,
Und der Cherub steht vor Gott!

Froh, wie seine Sonnen fliegen
Durch des Himmels prächt'gen Plan,
Laufet, Brüder, eure Bahn,
Freudig, wie ein Held zum Siegen.

Seid umschlungen, Millionen,
Diesen Kuß der ganzen Welt!
Brüder! Über'm Sternenzelt
Muß ein lieber Vater wohnen.
Ihr stürzt nieder, Millionen?
Ahnest du den Schöpfer, Welt?
Such' ihn über'm Sternenzelt!
Über Sternen muß er wohnen.


Nänie

Auch das Schöne muß sterben! Das Menschen und Götter bezwinget,

Nicht die eherne Brust rührt es des stygischen Zeus.

Einmal nur erweichte die Liebe den Schattenbeherrscher,

Und an der Schwelle noch, streng, rief er zurück sein Geschenk.

Nicht stillt Aphrodite dem schönen Knaben die Wunde,

Die in den zierlichen Leib grausam der Eber geritzt.

Nicht errettet den göttlichen Held die unsterbliche Mutter,

Wann er, am skäischen Tor fallend, sein Schicksal erfüllt.

Aber sie steigt aus dem Meer mit allen Töchtern des Nereus,

Und die Klage hebt an um den verherrlichten Sohn.

Siehe! Da weinen die Götter, es weinen die Göttinnen alle,

Daß das Schöne vergeht, daß das Vollkommene stirbt.

Auch ein Klaglied zu sein im Mund der Geliebten, ist herrlich,

Denn das Gemeine geht klanglos zum Orkus hinab.


Des Mädchens Klage

Der Eichwald brauset,

Die Wolken ziehn,

Das Mägdlein sitzet

An Ufers Grün,
Es bricht sich die Welle mit Macht, mit Macht,
Und sie seufzt hinaus in die finstre Nacht,

Das Auge vom Weinen getrübet.

„Das Herz ist gestorben,

Die Welt ist leer,
Und weiter giebt sie
Dem Wunsche nichts mehr.

Du Heilige rufe dein Kind zurück,

Ich habe genossen das irdische Glück,

Ich habe gelebt und geliebet!“

Es rinnet der Thränen
Vergeblicher Lauf,

Die Klage sie wecket

Die Todten nicht auf,

Doch nenne, was tröstet und heilet die Brust
Nach der süßen Liebe verschwundener Lust,
Ich, die himmlische, wills nicht versagen.

„Laß rinnen der Thränen

Vergeblichen Lauf,

Es wecke die Klage
Den Todten nicht auf,
Das süßeste Glück für die traurende Brust,

Nach der schönen Liebe verschwundener Lust,

Sind der Liebe Schmerzen und Klagen.


Das Mädchen aus der Fremde

In einem Tal bei armen Hirten

Erschien mit jedem jungen Jahr,

Sobald die ersten Lerchen schwirrten,

Ein Mädchen, schön und wunderbar.

Sie war nicht in dem Tal geboren,

Man wußte nicht, woher sie kam,

Doch schnell war ihre Spur verloren,

Sobald das Mädchen Abschied nahm.

Beseligend war ihre Nähe

Und alle Herzen wurden weit;

Doch eine Würde, eine Höhe

Entfernte die Vertraulichkeit.

Sie brachte Blumen mit und Früchte,

Gereift auf einer andern Flur,

In einem andern Sonnenlichte,

In einer glücklichern Natur,

Und teilte jedem eine Gabe,

Dem Früchte, jenem Blumen aus;

Der Jüngling und der Greis am Stabe,

Ein jeder ging beschenkt nach Haus.

Willkommen waren alle Gäste,

Doch nahte sich ein liebend Paar,

Dem reichte sie der Gaben beste,

Der Blumen allerschönste dar.


Die Götter Griechenlands

Da ihr noch die schöne Welt regiertet,

An der Freude leichtem Gängelband

Glücklichere Menschalter führtet,

Schöne Wesen aus dem Fabelland!

Ach! da euer Wonnedienst noch glänzte,

Wie ganz anders, anders war es da!

Da man deine Tempel noch bekränzte,

Venus Amathusia!

Da der Dichtkunst malerische Hülle

Sich noch lieblich um die Wahrheit wand! –

Durch die Schöpfung floß da Lebensfülle,

Und, was nie empfinden wird, empfand.

An der Liebe Busen sie zu drücken,

Gab man höhern Adel der Natur.

Alles wies den eingeweihten Blicken,

Alles eines Gottes Spur.

Wo jetzt nur, wie unsre Weisen sagen,

Seelenlos ein Feuerball sich dreht,

Lenkte damals seinen goldnen Wagen

Helios in stiller Majestät.

Diese Höhen füllten Oreaden,

Eine Dryas starb mit jenem Baum,

Aus den Urnen lieblicher Najaden

Sprang der Ströme Silberschaum.

Jener Lorbeer wand sich einst um Hilfe,

Tantals Tochter schweigt in diesem Stein,

Syrinx‘ Klage tönt‘ aus jenem Schilfe,

Philomelens Schmerz in diesem Hain.

Jener Bach empfing Demeters Zähre,

Die sie um Persephonen geweint,

Und von diesem Hügel rief Cythere,

Ach, vergebens! ihrem schönen Freund.

Zu Deukalions Geschlechte stiegen

Damals noch die Himmlischen herab,

Pyrrhas schöne Töchter zu besiegen,

Nahm Hyperion den Hirtenstab.

Zwischen Menschen, Göttern und Heroen

Knüpfte Amor einen schönen Bund.

Sterbliche mit Göttern und Heroen

Huldigten in Amathunt.

Betend an der Grazien Altären

Kniete da die holde Priesterin,

Sandte stille Wünsche an Cytheren

Und Gelübde an die Charitin.

Hoher Stolz, auch droben zu gebieten,

Lehrte sie den göttergleichen Rang,

Und des Reizes heilgen Gürtel hüten,

Der den Donnrer selbst bezwang.

Himmlisch und unsterblich war das Feuer,

Das in Pindars stolzen Hymnen floß,

Niederströmte in Arions Leier,

In den Stein des Phidias sich goß.

Beßre Wesen, edlere Gestalten

Kündigten die hohe Abkunft an.

Götter, die vom Himmel niederwallten,

Sahen hier ihn wieder aufgetan.

Werter war von eines Gottes Güte,

Teurer jede Gabe der Natur.

Unter Iris‘ schönem Bogen blühte

Reizender die perlenvolle Flur.

Prangender erschien die Morgenröte

In Himerens rosigtem Gewand,

Schmelzender erklang die Flöte

In des Hirtengottes Hand.

Liebenswerter malte sich die Jugend,

Blühender in Ganymedas Bild,

Heldenkühner, göttlicher die Tugend

Mit Tritoniens Medusenschild.

Sanfter war, da Hymen es noch knüpfte,

Heiliger der Herzen ewges Band.

Selbst des Lebens zarter Faden schlüpfte

Weicher durch der Parzen Hand.

Das Evoë muntrer Thyrsusschwinger

Und der Panther prächtiges Gespann

Meldeten den großen Freudebringer.

Faun und Satyr taumeln ihm voran,

Um ihn springen rasende Mänaden,

Ihre Tänze loben seinen Wein,

Und die Wangen des Bewirters laden

Lustig zu dem Becher ein.

Höher war der Gabe Wert gestiegen,

Die der Geber freundlich mit genoß,

Näher war der Schöpfer dem Vergnügen,

Das im Busen des Geschöpfes floß.

Nennt der meinige sich dem Verstande?

Birgt ihn etwa der Gewölke Zelt?

Mühsam späh ich im Ideenlande,

Fruchtlos in der Sinnenwelt.

Eure Tempel lachten gleich Palästen,

Euch verherrlichte das Heldenspiel

An des Isthmus kronenreichen Festen,

Und die Wagen donnerten zum Ziel.

Schön geschlungne seelenvolle Tänze

Kreisten um den prangenden Altar,

Eure Schläfe schmückten Siegeskränze,

Kronen euer duftend Haar.

Seiner Güter schenkte man das beste,

Seiner Lämmer liebstes gab der Hirt,

Und der Freudetaumel seiner Gäste

Lohnte dem erhabnen Wirt.

Wohin tret ich? Diese traurge Stille

Kündigt sie mir meinen Schöpfer an?

Finster, wie er selbst, ist seine Hülle,

Mein Entsagen – was ihn feiern kann.

Damals trat kein gräßliches Gerippe

Vor das Bett des Sterbenden. Ein Kuß

Nahm das letzte Leben von der Lippe,

Still und traurig senkt‘ ein Genius

Seine Fackel. Schöne, lichte Bilder

Scherzten auch um die Notwendigkeit,

Und das ernste Schicksal blickte milder

Durch den Schleier sanfter Menschlichkeit.

Nach der Geister schrecklichen Gesetzen

Richtete kein heiliger Barbar,

Dessen Augen Tränen nie benetzen,

Zarte Wesen, die ein Weib gebar.

Selbst des Orkus strenge Richterwaage

Hielt der Enkel einer Sterblichen,

Und des Thrakers seelenvolle Klage

Rührte die Erinnyen.

Seine Freuden traf der frohe Schatten

In Elysiens Hainen wieder an;

Treue Liebe fand den treuen Gatten

Und der Wagenlenker seine Bahn;

Orpheus‘ Spiel tönt die gewohnten Lieder,

In Alcestens Arme sinkt Admet,

Seinen Freund erkennt Orestes wieder,

Seine Waffen Philoktet.

Aber ohne Wiederkehr verloren

Bleibt, was ich auf dieser Welt verließ,

Jede Wonne hab ich abgeschworen,

Alle Bande, die ich selig pries.

Fremde, nie verstandene Entzücken

Schaudern mich aus jenen Welten an,

Und für Freuden, die mich jetzt beglücken,

Tausch ich neue, die ich missen kann.

Höhre Preise stärkten da den Ringer

Auf der Tugend arbeitvoller Bahn:

Großer Taten herrliche Vollbringer

Klimmten zu den Seligen hinan;

Vor dem Wiederforderer der Toten

Neigte sich der Götter stille Schar.

Durch die Fluten leuchtet dem Piloten

Vom Olymp das Zwillingspaar.

Schöne Welt, wo bist du? – Kehre wieder,

Holdes Blütenalter der Natur!

Ach! nur in dem Feenland der Lieder

Lebt noch deine goldne Spur.

Ausgestorben trauert das Gefilde,

Keine Gottheit zeigt sich meinem Blick,

Ach! von jenem lebenwarmen Bilde

Blieb nur das Gerippe mir zurück.

Alle jenen Blüten sind gefallen

Von des Nordes winterlichem Wehn.

Einen zu bereichern, unter allen,

Mußte diese Götterwelt vergehn.

Traurig such ich an dem Sternenbogen,

Dich, Selene, find ich dort nicht mehr;

Durch die Wälder ruf ich, durch die Wogen,

Ach! sie widerhallen leer!

Unbewußt der Freuden, die sie schenket,

Nie entzückt von ihrer Trefflichkeit,

Nie gewahr des Armes, der sie lenket,

Reicher nie durch meine Dankbarkeit,

Fühllos selbst für ihres Künstlers Ehre,

Gleich dem toten Schlag der Pendeluhr,

Dient sie knechtisch dem Gesetz der Schwere,

Die entgötterte Natur!

Morgen wieder neu sich zu entbinden,

Wühlt sie heute sich ihr eignes Grab,

Und an ewig gleicher Spindel winden

Sich von selbst die Monde auf und ab.

Müßig kehrten zu dem Dichterlande

Heim die Götter, unnütz einer Welt,

Die, entwachsen ihrem Gängelbande,

Sich durch eignes Schweben hält.

Freundlos, ohne Bruder, ohne Gleichen,

Keiner Göttin, keiner Irdschen Sohn,

Herrscht ein andrer in des Äthers Reichen

Auf Saturnus‘ umgestürztem Thron.

Selig, eh sich Wesen um ihn freuten,

Selig im entvölkerten Gefild,

Sieht er in dem langen Strom der Zeiten

Ewig nur – sein eignes Bild.

Bürger des Olymps konnt ich erreichen,

Jenem Gotte, den sein Marmor preist,

Konnte einst der hohe Bildner gleichen;

Was ist neben dir der höchste Geist

Derer, welche Sterbliche gebaren?

Nur der Würmer Erster, Edelster.

Da die Götter menschlicher noch waren,

Waren Menschen göttlicher.

Dessen Strahlen mich darnieder schlagen,

Werk und Schöpfer des Verstandes! dir

Nachzuringen, gib mir Flügel, Waagen,

Dich zu wägen – oder nimm von mir,

Nimm die ernste, strenge Göttin wieder,

Die den Spiegel blendend vor mir hält;

Ihre sanftre Schwester sende nieder,

Spare jene für die andre Welt.


Die Ideale

So willst du treulos von mir scheiden

Mit deinen holden Phantasien,

Mit deinen Schmerzen, deinen Freuden,

Mit allen unerbittlich fliehn?

Kann nichts dich, Fliehende, verweilen,

O meines Lebens goldne Zeit?

Vergebens, deine Wellen eilen

Hinab ins Meer der Ewigkeit.

Erloschen sind die heitern Sonnen,

Die meiner Jugend Pfad erhellt;

Die Ideale sind zerronnen,

Die einst das trunkne Herz geschwellt;

Er ist dahin, der süße Glaube

An Wesen, die mein Traum gebar,

Der rauhen Wirklichkeit zum Raube,

Was einst so schön, so göttlich war.

Wie einst mit flehendem Verlangen

Pygmalion den Stein umschloß,

Bis in des Marmors kalten Wangen

Empfindung glühend sich ergoß,

So schlang ich mich mit Liebesarmen

Um die Natur, mit Jugendlust,

Bis sie zu athmen, zu erwarmen

Begann an meiner Dichterbrust,

Und, theilend meine Flammentriebe,

Die Stumme eine Sprache fand,

Mir wiedergab den Kuß der Liebe

Und meines Herzens Klang verstand;

Da lebte mir der Baum, die Rose,

Mir sang der Quellen Silberfall,

Es fühlte selbst das Seelenlose

Von meines Lebens Wiederhall.

Es dehnte mit allmächt'gem Streben

Die enge Brust ein kreisend All,

Herauszutreten in das Leben,

In That und Wort, in Bild und Schall.

Wie groß war diese Welt gestaltet,

So lang die Knospe sie noch barg;

Wie wenig, ach! hat sich entfaltet,

Dies Wenige, wie klein und karg!

Wie sprang, von kühnem Muth beflügelt,

Beglückt in seines Traumes Wahn,

Von keiner Sorge noch gezügelt,

Der Jüngling in des Lebens Bahn.

Bis an des Äthers bleichste Sterne

Erhob ihn der Entwürfe Flug;

Nichts war so hoch und nichts so ferne,

Wohin ihr Flügel ihn nicht trug.

Wie leicht war er dahin getragen,

Was war dem Glücklichen zu schwer!

Wie tanzte vor des Lebens Wagen

Die luftige Begleitung her!

Die Liebe mit dem süßen Lohne,

Das Glück mit seinem goldnen Kranz,

Der Ruhm mit seiner Sternenkrone,

Die Wahrheit in der Sonne Glanz!

Doch, ach! schon auf des Weges Mitte

Verloren die Begleiter sich,

Sie wandten treulos ihre Schritte,

Und einer nach dem andern wich.

Leichtfüßig war das Glück entflogen,

Des Wissens Durst blieb ungestillt,

Des Zweifels finstre Wetter zogen

Sich um der Wahrheit Sonnenbild.

Ich sah des Ruhmes heil'ge Kränze

Auf der gemeinen Stirn entweiht.

Ach, allzuschnell, nach kurzem Lenze

Entfloh die schöne Liebeszeit!

Und immer stiller ward's und immer

Verlaßner auf dem rauhen Steg;

Kaum warf noch einen bleichen Schimmer

Die Hoffnung auf den finstern Weg.

Von all dem rauschenden Geleite

Wer harrte liebend bei mir aus?

Wer steht mir tröstend noch zur Seite

Und folgt mir bis zum finstern Haus?

Du, die du alle Wunden heilest,

Der Freundschaft leise, zarte Hand,

Des Lebens Bürden liebend theilest,

Du, die ich frühe sucht' und fand.

Und du, die gern sich mir ihr gattet,

Wie sie, der Seele Sturm beschwört,

Beschäftigung, die nie ermattet,

Die langsam schafft, doch nie zerstört,

Die zu dem Bau der Ewigkeiten

Zwar Sandkorn nur für Sandkorn reicht,

Doch von der großen Schuld der Zeiten

Minuten, Tage, Jahre streicht.


Das Lied von der Glocke
…..
Nun zerbrecht mir das Gebäude,

Seine Absicht hat's erfüllt,

Dass sich Herz und Auge weide

An dem wohlgelungnen Bild.

Schwingt den Hammer, schwingt,

Bis der Mantel springt,

Wenn die Glock soll auferstehen,

Muss die Form in Stücke gehen.

Der Meister kann die Form zerbrechen

Mit weiser Hand, zur rechten Zeit,

Doch wehe, wenn in Flammenbächen

Das glühnde Erz sich selbst befreit!

Blindwütend mit des Donners Krachen

Zersprengt es das geborstne Haus,

Und wie aus offnem Höllenrachen

Speit es Verderben zündend aus;

Wo rohe Kräfte sinnlos walten,

Da kann sich kein Gebild gestalten,

Wenn sich die Völker selbst befrein,

Da kann die Wohlfahrt nicht gedeihn.

Weh, wenn sich in dem Schoß der Städte

Der Feuerzunder still gehäuft,

Das Volk, zerreißend seine Kette,

Zur Eigenhilfe schrecklich greift!

Da zerret an der Glocken Strängen

Der Aufruhr, dass sie heulend schallt

Und, nur geweiht zu Friedensklängen,

Die Losung anstimmt zur Gewalt.

Freiheit und Gleichheit! hört man schallen,

Der ruhige Bürger greift zur Wehr,

Die Straßen füllen sich, die Hallen,

Und Würgerbanden ziehn umher,

Das werden Weiber zu Hyänen

Und treiben mit Entsetzen Scherz,

Noch zuckend, mit des Panthers Zähnen,

Zerreißen sie des Feindes Herz.

Nichts Heiliges ist mehr, es lösen

Sich alle Bande frommer Scheu,

Der Gute räumt den Platz dem Bösen,

Und alle Laster walten frei.

Gefährlich ist's, den Leu zu wecken,

Verderblich ist des Tigers Zahn,

Jedoch der schrecklichste der Schrecken,

Das ist der Mensch in seinem Wahn.

Weh denen, die dem Ewigblinden

Des Lichtes Himmelsfackel leihn!

Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden

Und äschert Städt und Länder ein.

Freude hat mir Gott gegeben!

Sehet! Wie ein goldner Stern

Aus der Hülse, blank und eben,

Schält sich der metallne Kern.

Von dem Helm zum Kranz

Spielt's wie Sonnenglanz,

Auch des Wappens nette Schilder

Loben den erfahrnen Bilder.

Herein! herein!

Gesellen alle, schließt den Reihen,

Dass wir die Glocke taufend weihen,

Concordia soll ihr Name sein,

Zur Eintracht, zu herzinnigem Vereine

Versammle sich die liebende Gemeinde.

Und dies sei fortan ihr Beruf,

Wozu der Meister sie erschuf!

Hoch überm niedern Erdenleben

Soll sie im blauen Himmelszelt

Die Nachbarin des Donners schweben

Und grenzen an die Sternenwelt,

Soll eine Stimme sein von oben,

Wie der Gestirne helle Schar,

Die ihren Schöpfer wandelnd loben

Und führen das bekränzte Jahr.

Nur ewigen und ernsten Dingen

Sei ihr metallner Mund geweiht,

Und stündlich mit den schnellen Schwingen

Berühr im Fluge sie die Zeit,

Dem Schicksal leihe sie die Zunge,

Selbst herzlos, ohne Mitgefühl,

Begleite sie mit ihrem Schwunge

Des Lebens wechselvolles Spiel.

Und wie der Klang im Ohr vergehet,

Der mächtig tönend ihr erschallt,

So lehre sie, dass nichts bestehet,

Dass alles Irdische verhallt.

Jetzo mit der Kraft des Stranges

Wiegt die Glock mir aus der Gruft,

Dass sie in das Reich des Klanges

Steige, in die Himmelsluft.

Ziehet, ziehet, hebt!

Sie bewegt sich, schwebt,

Freude dieser Stadt bedeute,

Friede sei ihr erst Geläute.

…..


Kassandra

Freude war in Trojas Hallen,

Eh die hohe Feste fiel;

Jubelhymnen hört man schallen

In der Saiten goldnes Spiel;

Alle Hände ruhen müde

Von dem thränenvollen Streit,

Weil der herrliche Pelide

Priams schöne Tochter freit.

Und geschmückt mit Lorberreisern,

Festlich wallet Schaar auf Schaar

Nach der Götter heil'gen Häusern,

Zu des Thymbriers Altar.

Dumpf erbrausend durch die Gassen

Wälzt sich die bacchant'sche Lust,

Und in ihrem Schmerz verlassen

War nur eine traur'ge Brust.

Freudlos in der Freude Fülle,

Ungesellig und allein,

Wandelte Kassandra stille

In Apollos Lorbeerhain.

In des Waldes tiefste Gründe

Flüchtete die Seherin,

Und sie warf die Priesterbinde

Zu der Erde zürnend hin:

»Alles ist der Freude offen,

Alle Herzen sind beglückt,

Und die alten Eltern hoffen,

Und die Schwester steht geschmückt.

Ich allein muß einsam trauern,

Denn mich flieht der süße Wahn,

Und geflügelt diesen Mauern

Seh' ich das Verderben an.

»Eine Fackel seh' ich glühen,

Aber nicht in Hymens Hand;

Nach den Wolken seh' ich ziehen,

Aber nicht wie Opferbrand.

Feste seh' ich froh bereiten,

Doch im ahnungsvollen Geist

Hör' ich schon des Gottes Schreiten,

Der sie jammervoll zerreißt.

»Und sie schelten meine Klagen,

Und sie höhnen meinen Schmerz.

Einsam in die Wüste tragen

Muß ich mein gequältes Herz,

Von den Glücklichen gemieden

Und den Fröhlichen ein Spott!

Schweres hast du mir beschieden,

Pythischer, du arger Gott!

»Dein Orakel zu verkünden,

Warum warfest du mich hin

In die Stadt der ewig Blinden

Mit dem aufgeschloßnen Sinn?

Warum gabst du mir zu sehen,

Was ich doch nicht wenden kann?

Das Verhängte muß geschehen,

Das Gefürchtete muß nahn.

»Frommt's, den Schleier aufzuheben,

Wo das nahe Schreckniß droht?

Nur der Irrthum ist das Leben,

Und das Wissen ist der Tod.

Nimm, o nimm die traur'ge Klarheit,

Mir vom Aug den blut'gen Schein!

Schrecklich ist es, deiner Wahrheit

Sterbliches Gefäß zu sein.

»Meine Blindheit gib mir wieder

Und den fröhlich dunklen Sinn!

Nimmer sang ich freud'ge Lieder,

Seit ich deine Stimme bin.

Zukunft hast du mir gegeben,

Doch du nahmst den Augenblick,

Nahmst der Stunde fröhlich Leben –

Nimm dein falsch Geschenk zurück!

»Nimmer mit dem Schmuck der Bräute,

Kränzt' ich mir das duft'ge Haar,

Seit ich deinem Dienst mich weihte

An dem traurigen Altar.

Meine Jugend war nur Weinen,

Und ich kannte nur den Schmerz,

Jede herbe Noth der Meinen

Schlug an mein empfindend Herz.

»Fröhlich seh' ich die Gespielen,

Alles um mich lebt und liebt

In der Jugend Lustgefühlen,

Mir nur ist das Herz getrübt.

Mir erscheint der Lenz vergebens,

Der die Erde festlich schmückt;

Wer erfreute sich des Lebens,

Der in seine Tiefen blickt!

»Selig preis' ich Polyxenen

In des Herzens trunknem Wahn,

Denn den Besten der Hellenen

Hofft sie bräutlich zu umfahn.

Stolz ist ihre Brust gehoben,

Ihre Wonne faßt sie kaum,

Nicht euch, Himmlische dort oben,

Neidet sie in ihrem Traum.

»Und auch ich hab' ihn gesehen,

Den das Herz verlangend wählt!

Seine schönen Blicke flehen,

Von der Liebe Gluth beseelt.

Gerne möcht' ich mit dem Gatten

In die heim'sche Wohnung ziehn;

Doch es tritt ein styg'scher Schatten

Nächtlich zwischen mich und ihn.

»Ihre bleichen Larven alle

Sendet mir Proserpina;

Wo ich wandre, wo ich walle,

Stehen mir die Geister da.

In der Jugend frohe Spiele

Drängen sie sich grausend ein,

Ein entsetzliches Gewühle!

Nimmer kann ich fröhlich sein.

»Und den Mordstahl seh' ich blinken

Und das Mörderauge glühn;

Nicht zur Rechten, nicht zur Linken

Kann ich vor dem Schreckniß fliehn;

Nicht die Blicke darf ich wenden,

Wissend, schauend, unverwandt

Muß ich mein Geschick vollenden

Fallend in dem fremden Land« –

Und noch hallen ihre Worte –

Horch! da dringt verworrner Ton

Fernher aus des Tempels Pforte,

Todt lag Thetis' großer Sohn!

Eris schüttelt ihre Schlangen,

Alle Götter fliehn davon,

Und des Donners Wolken hangen

Schwer herab auf Ilion.


Die Kraniche des Ibykus


Zum Kampf der Wagen und Gesänge,

Der auf Korinthus‘ Landesenge

Der Griechen Stämme froh vereint,

Zog Ibykus, der Götterfreund.

Ihm schenkte des Gesanges Gabe,

Der Lieder süßen Mund Apoll,

So wandert‘ er, an leichtem Stabe,

Aus Rhegium, des Gottes voll.


Schon winkt auf hohem Bergesrücken

Akrokorinth des Wandrers Blicken,

Und in Poseidons Fichtenhain

Tritt er mit frommem Schauder ein.

Nichts regt sich um ihn her, nur Schwärme

Von Kranichen begleiten ihn,

Die fernhin nach des Südens Wärme

In graulichtem Geschwader ziehn.


»Seid mir gegrüßt, befreundte Scharen!

Die mir zur See Begleiter waren,

Zum guten Zeichen nehm ich euch,

Mein Los, es ist dem euren gleich.

Von fernher kommen wir gezogen

Und flehen um ein wirtlich Dach.

Sei uns der Gastliche7 gewogen,

Der von dem Fremdling wehrt die Schmach!«


Und munter fördert er die Schritte

Und sieht sich in des Waldes Mitte,

Da sperren, auf gedrangem8 Steg,

Zwei Mörder plötzlich seinen Weg.

Zum Kampfe muß er sich bereiten,

Doch bald ermattet sinkt die Hand,

Sie hat der Leier zarte Saiten,

Doch nie des Bogens Kraft gespannt.


Er ruft die Menschen an, die Götter,

Sein Flehen dringt zu keinem Retter,

Wie weit er auch die Stimme schickt,

Nichts Lebendes wird hier erblickt.

»So muß ich hier verlassen sterben,

Auf fremdem Boden, unbeweint,

Durch böser Buben Hand verderben,

Wo auch kein Rächer mir erscheint!«


Und schwer getroffen sinkt er nieder,

Da rauscht der Kraniche Gefieder,

Er hört, schon kann er nicht mehr sehn,

Die nahen Stimmen furchtbar krähn.

»Von euch, ihr Kraniche dort oben!

Wenn keine andre Stimme spricht,

Sei meines Mordes Klag erhoben!«

Er ruft es, und sein Auge bricht.


Der nackte Leichnam wird gefunden,

Und bald, obgleich entstellt von Wunden,

Erkennt der Gastfreund in Korinth

Die Züge, die ihm teuer sind.

»Und muß ich so dich wiederfinden,

Und hoffte mit der Fichte Kranz

Des Sängers Schläfe zu umwinden,

Bestrahlt von seines Ruhmes Glanz!«


Und jammernd hörens alle Gäste,

Versammelt bei Poseidons Feste,

Ganz Griechenland ergreift der Schmerz,

Verloren hat ihn jedes Herz.

Und stürmend drängt sich zum Prytanen

Das Volk, es fodert seine Wut,

Zu rächen des Erschlagnen Manen,

Zu sühnen mit des Mörders Blut.


Doch wo die Spur, die aus der Menge,

Der Völker flutendem Gedränge,

Gelocket von der Spiele Pracht,

Den schwarzen Täter kenntlich macht?

Sinds Räuber, die ihn feig erschlagen?

Tats neidisch ein verborgner Feind?

Nur Helios vermags zu sagen,

Der alles Irdische bescheint.


Er geht vielleicht mit frechem Schritte

Jetzt eben durch der Griechen Mitte,

Und während ihn die Rache sucht,

Genießt er seines Frevels Frucht.

Auf ihres eignen Tempels Schwelle

Trotzt er vielleicht den Göttern, mengt

Sich dreist in jene Menschenwelle,

Die dort sich zum Theater drängt.


Denn Bank an Bank gedränget sitzen,

Es brechen fast der Bühne Stützen,

Herbeigeströmt von fern und nah,

Der Griechen Völker wartend da,

Dumpfbrausend wie des Meeres Wogen;

Von Menschen wimmelnd, wächst der Bau

In weiter stets geschweiftem Bogen

Hinauf bis in des Himmels Blau.


Wer zählt die Völker, nennt die Namen,

Die gastlich hier zusammenkamen?

Von Theseus‘ Stadt, von Aulis Strand,

Von Phokis, vom Spartanerland,

Von Asiens entlegner Küste,

Von allen Inseln kamen sie

Und horchen von dem Schaugerüste

Des Chores grauser Melodie,


Der streng und ernst, nach alter Sitte,

Mit langsam abgemeßnem Schritte,

Hervortritt aus dem Hintergrund,

Umwandelnd des Theaters Rund.

So schreiten keine irdschen Weiber,

Die zeugete kein sterblich Haus!

Es steigt das Riesenmaß der Leiber

Hoch über menschliches hinaus.


Ein schwarzer Mantel schlägt die Lenden,

Sie schwingen in entfleischten Händen

Der Fackel düsterrote Glut,

In ihren Wangen fließt kein Blut.

Und wo die Haare lieblich flattern,

Um Menschenstirnen freundlich wehn,

Da sieht man Schlangen hier und Nattern

Die giftgeschwollnen Bäuche blähn.


Und schauerlich gedreht im Kreise

Beginnen sie des Hymnus Weise,

er durch das Herz zerreißend dringt,

Die Bande um den Sünder schlingt.

Besinnungraubend, herzbetörend

Schallt der Erinnyen Gesang,

Er schallt, des Hörers Mark verzehrend,

Und duldet nicht der Leier Klang:


»Wohl dem, der frei von Schuld und Fehle

Bewahrt die kindlich reine Seele!

Ihm dürfen wir nicht rächend nahn,

Er wandelt frei des Lebens Bahn.

Doch wehe, wehe, wer verstohlen

Des Mordes schwere Tat vollbracht,

Wir heften uns an seine Sohlen,

Das furchtbare Geschlecht der Nacht!


Und glaubt er fliehend zu entspringen,

Geflügelt sind wir da, die Schlingen

Ihm werfend um den flüchtgen Fuß,

Daß er zu Boden fallen muß.

So jagen wir ihn, ohn Ermatten,

Versöhnen kann uns keine Reu,

Ihn fort und fort bis zu den Schatten,

Und geben ihn auch dort nicht frei.«


So singend, tanzen sie den Reigen,

Und Stille wie des Todes Schweigen

Liegt überm ganzen Hause schwer,

Als ob die Gottheit nahe wär.

Und feierlich, nach alter Sitte

Umwandelnd des Theaters Rund

Mit langsam abgemeßnem Schritte,

Verschwinden sie im Hintergrund.


und zwischen Trug und Wahrheit schwebet

Noch zweifelnd jede Brust und bebet

Und huldiget der furchtbarn Macht,

Die richtend im Verborgnen wacht,

Die unerforschlich, unergründet

Des Schicksals dunkeln Knäuel flicht,

Dem tiefen Herzen sich verkündet,

Doch fliehet vor dem Sonnenlicht.


Da hört man auf den höchsten Stufen

Auf einmal eine Stimme rufen:

»Sieh da! Sieh da, Timotheus,

Die Kraniche des Ibykus!« –

Und finster plötzlich wird der Himmel,

Und über dem Theater hin

Sieht man in schwärzlichtem Gewimmel

Ein Kranichheer vorüberziehn.


»Des Ibykus!« – Der teure Name

Rührt jede Brust mit neuem Grame,

Und, wie im Meere Well auf Well,

So läufts von Mund zu Munde schnell:

»Des Ibykus, den wir beweinen,

Den eine Mörderhand erschlug!

Was ists mit dem? Was kann er meinen?

Was ists mit diesem Kranichzug?« –


Und lauter immer wird die Frage,

Und ahnend fliegts mit Blitzesschlage

Durch alle Herzen. »Gebet acht!

Das ist der Eumeniden Macht!

Der fromme Dichter wird gerochen,

Der Mörder bietet selbst sich dar!

Ergreift ihn, der das Wort gesprochen,

Und ihn, an dens gerichtet war.«


Doch dem war kaum das Wort entfahren,

Möcht ers im Busen gern bewahren;

Umsonst, der schreckenbleiche Mund

Macht schnell die Schuldbewußten kund.

Man reißt und schleppt sie vor den Richter,

Die Szene wird zum Tribunal,

Und es gestehn die Bösewichter,

Getroffen von der Rache Strahl.