STAUFFER, Verena
Kikibeach 4
Vom Olymp aus, der Blick über die Erde
Die Gletscher im Norden schmelzen zu Seen
Auf Booten werden Menschen sie befahren
Aus Wasser wurden sie, zu Wasser werden sie
Wasser der Seen versiegt, See zu Sand
Sand zu Staub: Ihr sind neulich Flügel gesprossen
Echt jetzt. Am Kikibeach, als Sturm wehte
Das Meer schwappte in flachen Wellen auf sie zu
Im leeren Hals der Sonnenschirmständer
Spielte der Wind ihr eine heiligere Sinfonie
Ihr Kopf wurde Ton, ein Laut in unterschiedlichen Sphären
Eine Explosion. Gewissheit beginnt mit der Frage
Im Herzen. Am Horizont nichts, offener Raum zu Afrika hin
Was, wenn es sie beide doch gibt? Hilflosigkeit. Sei Muschel
Open up, close down. Don’t get cracked. Leave the poison outside
Sie zieht sich aus, es ist kalt, steigt ins Wasser
Schwimmt, Wellen kräuseln sich im Wind
Der Blick zurück, da steht ein Mann, sie glaubt
Er ist es, und es ist ihr, als riefe er gegen den Sturm:
Ich bin gekommen, um mit dir zu leben
Sie haben das geträumt an einem friedlichen Ort
Für Horen, eine Zeit, die sich ewig anfühlt, doch die nie war
Er ist nicht gekommen, um mit ihr zu leben. Sein Trick war
Nicht einmal zu kommen, um zu lieben
Zurück am Strand hilft ihr ein Fremder ins Kleid
Er knöpft es zu, wie das Hemd eines Kinds
Da sprießen ihr Flügel aus dieser Materie
Jetzt fliegt sie kichernd von Fenster zu Fenster
Spürt das Aufkommen im himmellosen All
Es war schön, am Kikibeach, ein Trick
Der Moment, als er in ihr zerbricht
Sie erinnert ihn. Es war der Moment
Als sie geboren wurde, sie stieg aus dem Wasser
Flügel sprossen. Sie wurde frei