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LICHTENSTEIN, Alfred


Die Dämmerung

Ein dicker Junge spielt mit einem Teich.

Der Wind hat sich in einem Baum gefangen.

Der Himmel sieht verbummelt aus und bleich,

Als wäre ihm die Schminke ausgegangen.

Auf lange Krücken schief herabgebückt

Und schwatzend kriechen auf dem Feld zwei Lahme.

Ein blonder Dichter wird vielleicht verrückt.

Ein Pferdchen stolpert über eine Dame.

An einem Fenster klebt ein fetter Mann.

Ein Jüngling will ein weiches Weib besuchen.

Ein grauer Clown zieht sich die Stiefel an.

Ein Kinderwagen schreit und Hunde fluchen.


Abschied


(kurz vor der Abfahrt zum Kriegsschauplatz)


Vorm Sterben mache ich noch mein Gedicht.

Still, Kameraden, stört mich nicht.


Wir ziehn zum Krieg. Der Tod ist unser Kitt.

O, heulte mir doch die Geliebte nit.


Was liegt an mir. Ich gehe gerne ein.

Die Mutter weint. Man muß aus Eisen sein.


Die Sonne fällt zum Horizont hinab.

Bald wirft man mich ins milde Massengrab.


Am Himmel brennt das brave Abendrot.

Vielleicht bin ich in dreizehn Tagen tot.