ALLMERS, Hermann



Feldeinsamkeit


Ich ruhe still im hohen grünen Gras

Und sende lange meinen Blick nach oben,

Von Grillen rings umschwirrt ohn’ Unterlaß,

Von Himmelsbläue wundersam umwoben.


Die schönen weißen Wolken ziehn dahin

Durchs tiefe Blau, wie schöne stille Träume; -

Mir ist, als ob ich längst gestorben bin,

Und ziehe selig mit durch ew’ge Räume.



Novemberfeier


Hörst du, wie die Stürme sausen

durch den blätterlosen Wald?

Hörst du, wie die Fluten brausen

Wie es um die Ufer hallt?


Auf dein Antlitz sinke nieder,

Denn die Gottheit zieht daher;

Hohe Hallelujalieder

Singt der Sturm und singt das Meer.



Spätherbst


Der graue Nebel tropft so still

Herab auf Feld und Wald und Heide,

Als ob der Himmel weinen will

In übergroßem Leide.


Die Blumen wollen nicht mehr blühn,

Die Vöglein schweigen in den Hainen,

Es starb sogar das letzte Grün,

Da mag er auch wohl weinen.